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Archive for June, 2005

.com reloaded

Es fühlt sich ein bisschen so an wie vor einigen Jahren als eine Aufbruchsstimmung uns alle ereilte. Es sieht auch so aus wie zur Gründerzeit der New Economy, wo es im Trend lag in kargen Büros zu arbeiten. Die Blogospäre hat sich syndiziert (nein das kommt nicht von Sünde) und den Spreeblick Verlag gegründet. Unter diesem Dach bloggen nun die A-Blogger gemeinsam und trotzdem jeder für sich.
Das Blogger-Syndikat besteht momentan aus folgenden 5 Kandidaten unter dem Dach der Mama Spreeblick:

Antifreeze beschäftigt sich mit unabhängiger Kultur zwischen Musik und Kunst und wird betrieben von Johannes Schardt, einem der beiden Gründer und Inhaber des Labels 2nd Rec.

d-frag ist bereits das führende deutschsprachige Blog für Computerspiel-Kultur. Matthias Oborski und die gesamte d-frag-Crew haben sich als Freunde im Geiste dem Spreeblick Verlag angeschlossen.

lautgeben.de ist das Polit-Blog im Hause Spreeblick, als Autoren kümmern sich unter anderem Markus Beckedahl (u.a. netzpolitik.org) und Jörg-Olaf Schäfers (u.a. medienrauschen.de) um dieses Blog.

Trashkurs steht unter der Fuchtel von Herrn Shhhh, der mit seiner Freakshow den Weltruhm bisher nur knapp verfehlt hat. Mit Trashkurs wird sich das ändern, nicht nur für ihn selbst, denn das Blog beschäftigt sich mit dem Musizieren im weitesten Sinne.

zoomo wagt mit Stephan Herczeg von malorama und Frank Lachmann von argh.de den regelmäßigen Blick in den Fernseher und ins Radioprogramm und empfiehlt Sehens- und Hörenswertes.

In diesen Tagen wurde die Spreeblick Verlag KG gegründet, der erste deutsche und vor allem unabhängige Weblog-Verlag. Das Familienunternehmem im wirklichen Sinne des Wortes kümmert sich um die Veröffentlichung hochqualitativer Blogs zu Nischenthemen und vermarktet diese, soll heißen: Finanziert sie über Werbung und Sponsoren.

Diese Entwicklung macht Sinn, denn warum sich das Heft aus der Hand nehmen lassen von Touristen Die Kommerzialisierung ist eine logische Konsequenz und war der nächste Schritt in der Evolution des Bloggens. Was passiert nun mit den Bloggern, die von Ihrem Geschreibsel durch Werbung und Sponsoren leben können? Was unterscheidet den Verlag von anderen Verlagshäusern wie Spiegel oder Axel-Springer? Ich konnte nie einen grossen Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten erkennen, wie es z.B. Don getan hat. Es wird in beiden Fällen Content veröffentlicht. Die Art und Weise wie der Content produziert wird ist allerdings unterschiedlich. Auf der einen Seite meist aufwendig vorbereitet und auf der anderen Seite eher schnelles rapid prototyping. Blogs sind technisch gesehen nicht viel mehr als ein vernetztes CMS für jedermann. Es ist nun möglich, dass jeder seine Meinung veröffentlicht, weil es technisch so einfach geworden ist. Nüchtern betrachtet bleibt vom Blog doch nur das technische Gerüst, die Plattform und die Infrastuktur. Content zu produzieren - unter welchem Namen auch immer - war auch schon vor 5 Jahren möglich, nur nicht so einfach wie heute. Aber wer will denn alles nur nüchtern betrachten? Prost!

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Neulich im Kino

Ich kann mich gar nicht mehr an den Film erinnern, es ist schon einige Monate her. Es war jedenfalls eine von diesen tollen Previews, in die man geisteskrank um Mitternacht marschiert. Ich weiß auch nicht mehr warum ich das getan habe, aber der Film war es wohl nicht wert, sonst könnte ich mich erinnern.

Wie es im Kino so üblich ist wird man vorher ordentlich mit Werbung konditioniert. Nichts besonderes, aber nach ca. 45 Minuten Werbung um 00:45 Uhr wurde es mir doch dann fast zu blöd, denn es war ein Mittwoch, wenn ich mich entsinnen kann und ich musste am nächsten morgen früh raus. Die Saaltür ging auf und ich freute mich auf eine persönliche Vorstellung des Filmvorführers, aber es war der Kinobesitzer.

“Nanu”, dachte ich mir in Meister-Röhrich-Manier und wunderte mich über den hohen Besuch. Der setzte ein Mikrofon an und erzählte, dass wir jetzt ein Gewinnspiel machen. “Wir machen ein Gewinnspiel?” Klar, deswegen bin ich ja auch ins Kino gekommen. Ich will eigentlich nur Fernsehen auf einer großen Leinwand! Etwas angefressen, ließ ich die Tombola über mich ergehen, bei der ich natürlich nichts gewonnen habe. Wer will auch schon Aschenbecher von Rauchwarenproduzenten oder den ganzen anderen Werbemüll?

Es war jetzt ca. 01:15 Uhr und ich malte mir schon den kommenden Arbeitstag aus, als es mit Werbung weiterging. Auf einem Emotionszeitstrahl “Freude, Traurigkeit, Ärger, Resignation, Indignation, Zorn” war ich bei Resignation angekommen. Dieser Werbeblock dauerte 15 Minuten. Die Saaltür öffnete sich erneut und herein kam abermals der Kinobesitzer. Er deutete an, dass er eine unangenehme Mitteilung zu machen habe. Die Filmrolle, die uns vorgeführt werden sollte, sei auf dem Weg nach Paderborn. Der Fahrer sei im Schnee stecken geblieben, beim Versuche die wertvolle Filmrolle vom letzten Kino nach Paderborn zu bringen. Der Zeiger auf der Emotionsskala war kurz vor Indignation. Als Entschädigung bot uns der werte Kinobesitzer aber an, die Wartezeit mit kostenlosen Eisprodukten zu verkürzen. Super! Nachts um 01:30 Uhr, mitten im Winter lecker Eis essen. Ich will doch nur ein wenig unterhalten werden.

Die Drohung wurde Realität und hereinspaziert kam höchstmotiviertes Kinopersonal mit Bauchladen voller Speiseeis und begann selbiges in die wahrscheinlich ebenso emotionalisierte Publikumsmenge (mit negativem Vorzeichen) zu werfen. Unter normalen Umständen wäre diese Geste des guten Willens toleriert, und das Eis gerne vertilgt worden, aber es mag an diesen beschriebenen Umständen gelegen haben, dass sich einige Teilnehmer es sich nicht nehmen ließen das kalte gefrorene Lebensmittel auf das gestresste Kinopersonal zurückzukatapultieren. Und das mit einigem Elan! So entstand eine bizarre Szene, in der sich Kinopersonal und Kinobesucher sich gegenseitig mit Eis beschmissen. In ihrem Übermut und auf Grund der angespannten Lage zielten die Schützen ziemlich genau und das Personal ergriff schleunigst die Flucht Richtung Ausgang. Der Film war danach nur noch Nebensache!

Köstlich, ich kann mich immer noch kaum halten, wenn ich daran zurückdenke!

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welcome to the scene

welcome to the scene

NYU student Brian Sandro has a secret: he and his friends pirate hundreds of millions of dollars of illicit Hollywood movies in their spare time. The are revered, reviled, hunted, and admired. No one knows who they are - at least, not as far as they know

Episode 9 von welcome to the scene ist raus. Ich wunder mich immer wieder, dass die Folgen nie langweilig und uninteressant werden. Kann eigentlich ein normaler Mensch nachvollziehen was an 20 Minuten Seitenansicht eines weitgehend stummen Nerds, IRC-Chat und ICQ-Nachrichten so fesselnd ist? Erste Versuche an Testexemplaren verliefen negativ. Für Einstiegsnerds empfehle ich sich chronologisch durchzuarbeiten, beginnend bei Episode 1.

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Der Stein von Rosetta

RosettaDer Stein von Rosetta oder Rosettastein (frz.: la pierre de Rosette) ist ein schwarzer Granit mit einem in drei Sprachen eingemeißeltem Text, der maßgeblich zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen beitrug. Der Stein befindet sich seit 1802 im Britischen Museum in London.
Als Napoléon in Ägypten einmarschierte, wurde der Stein am 15. Juli 1799 von einem französischen Offizier namens Pierre François Xavier Bouchard bei Rosetta im Niltal gefunden. Der Stein stammt aus dem Jahr 196 v. Chr. Darin eingemeißelt ist ein Dekret des Rates der ägyptischen Priester. Das besondere daran ist, dass dieser Text in drei verschiedenen Schriften geschrieben wurde, in Hieroglyphen, in demotisch und in griechisch.
Jean-François Champollion gelang 1822 anhand des Steines die Entzifferung der demotischen Schrift, damit die Entschlüsselung der hieratischen Schrift und die der Hieroglyphen. Nach der Veröffentlichung seiner Entdeckung gelang die Entzifferung weiterer Hieroglyphen relativ schnell. Dadurch wurde es Archäologen möglich, viele weitere ägyptische hieroglyphische Inschriften zu entziffern.
Der Stein von Rosetta war einer der Anstöße für die moderne Ägyptologie. Tatsächlich wird sein realer Wert für Champollions Arbeit überbewertet, der die Übersetzung nie veröffentlichte. Aus Wikipedia.

Rosetta

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Neulich beim Arzt

HalswirbelsäuleSprechstundenhilfe greift zum Telefonhörer und wählt eine Nummer:

Guten Tag, hier ist Praxis Dr. xyz. Wir haben hier eine Patientin mit HWS-Blockade. Kann die heute noch zu Ihnen kommen?
(pause)
Achso, bei Ihnen ist es heute proppevoll?
(kurze Denkpause, dann mit leiser Stimme)
Und wenn ich Ihnen sage, dass Sie Privatpatientin ist?
(pause)
Prima, dann schicke ich sie Ihnen sofort vorbei!

Rührend ist auch, wie sich um die Privatpatientin gekümmert wurde. Es wurde telefoniert, welcher Orthopäde die kürzesten Wartezeiten hat und ausführlichst beraten ob der Arzt auch KG (Krankengymnastik) verschreibt, etc. Diesen Serice kenne ich gar nicht als schnöder Kassenpatient.
Nicht, dass ich so naiv wäre die Zwei-Klassen-Medizin vom Hören-Sagen und aus Funk und Fernsehen nicht zu kennen, aber so ungeniert und ungeschönt durfte ich das noch nicht miterleben.

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Apple wird zum Switcher

Die Hölle ist wiedermal zugefroren, aber diesmal ist es eine ziemlich dicke Eisschicht. Die Gerüchte zum Mintel, MacTel und Inteltosh haben sich bewahrheitet und Apple wird zum Juni 2006 mit der Auslieferung der ersten Macs auf Intelbasis beginnen. Zum Juni 2007 soll der Übergang vollzogen sein und die gesamte Mac-Familie wird dann nur noch mit Intel-Prozessoren ausgeliefert. Um Klarheit zu schaffen: Mac bleibt Mac und es wird offiziell kein Mac OS auf Aldi und Dell-Hardware geben. Die Intel-Neuausrichtung bezieht sich nur auf die Prozessoren, die von Intel geliefert werden. Das Boarddesign wird weiterhin bei Apple liegen. Mac OS X wird somit auch in Zukunft nur auf Macs laufen, allerdings auf Macs mit Intel-Prozessoren. Windows wird ebenfalls auf den neuen Intel-Mac lauffähig sein, so Apple Senior Vice President Phil Schiller:

That doesn’t preclude someone from running it on a Mac. They probably will. We won’t do anything to preclude that.

Was hat Apple zu diesem Schritt getrieben? Der Pressemitteilung von Apple lässt nur vermuten, was sich hinter den Kulissen abgespielt haben muss. Auf der Keynote ließ Steve Jobs kein gutes Haar an IBM. Die Roadmap wurde schon letztes Jahr nicht eingehalten, als Steve Jobs vollmundig verkündete die 3 Ghz-Barriere bis zum Ende des Jahres zu nehmen. Nicht nur das dürfte ein Grund gewesen sein, sondern auch die Probleme ein G5-Notebook auf den Markt zu bringen, müssen den iGod bewogen habe sich mit dem verpönten Feind zu verbünden.

Viele Fragen sind offen geblieben, auch technischer Natur, aber was ich nicht verstehe ist wie man in der Zeit bis zur Transition mit Hardware Geld verdienen will. Wie hier schon angedeutet wird sich sicherlich nur noch ein Bruchteil der potentiellen Käufer bereit erklären jetzt in die aussterbende PowerPC-Architektur zu investieren.

Auf jeden Fall hat das Image Apples einen Schaden erlitten. “Think different” wird nun nicht mehr das Credo sein können, denn was ist noch different an dieser Plattform, wenn sogar Windows bootbar sein wird. Dass OSX nur auf Mac lauffähig sein soll, ist nur eine Frage der Zeit. Ich verwette diesmal mehr als nur einen Euro, dass der Tag kommen wird, an dem OSX auch auf PCs laufen wird, zumal es nur ein Softwareschutz sein soll, der den Unterbau nach der Gesinnung prüft. Was bleibt dann von der alten These: “Software sells Hardware?” Die Frage ist nur welche Hardware dann durch OSX verkauft wird. Ganz sicher nicht mehr exklusiv Apple-Hardware!

Die Mac-Community hat schon viel mitgemacht und hat der Firma die Treue gehalten. Apple ist gut beraten die Loyalität nicht zu stark zu strapazieren. Ein Nischenprodukt muss sehr sorgfältig gepflegt werden und dazu gehören auch die User.

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will hell freeze over again?

Die Gerüchteküche brodelt, aber ich kann nicht erkennen warum Apple den Switch zu Intel vollziehen sollte. Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund warum Apple sich das Hardware-Geschäft selbst abgraben müsste. Klar kann man argumentieren, dass durch eine massiv erweiterte Hardware-Plattform mehr Menschen Mac OS X kaufen würden. Das ist auch nur bedingt richtig, denn auf dem Massenmarkt tummeln sich auch massenweise Menschen, die OSX genau wie Windows einfach kopieren.

Auf der anderen Seite würde das Hardwaregeschäft nach meiner Einschätzung massiv einbrechen. Warum sollte man sich für viel Geld eine Hardware von Apple kaufen, wenn doch am Discounter und an der Tanke nebenan die Hardware verramscht wird? Klar ist Design und Qualität der Hardware, sowie Verarbeitung ein Argument, aber die Masse will möglichst billig. Zwar wurde mit dem Mac-mini versucht in den Massenmarkt vorzudringen, aber OSX als Konkurrenz zu Windows aufzustellen halte ich für Selbstmord.

Nur mal angenommen auf der WWDC würde dieser Switch für 2006 oder 2007 angekündigt, welcher Apple-Interessierte investiert dann noch in damit obsolet gewordene Hardware? Der Markt bräche bis zum Switch zusammen, weil die Kaufentscheidungen aufgeschoben werden würden.

Wenn ein Wechsel zu x86 vollzogen werden soll, dann müsste er aus Marketingsicht adhoc passieren. Das ist aber aus techischer Sicht grober Unfug, denn die Entwickler hätten keine Zeit Ihre Software an die neue Plattform anzupassen. Was nützt ein Betriebssystem ohne Applikationen? Der Umweg über Emulation ist nicht sehr viel versprechend, denn nur native Applikationen zeigen die Qualitäten der Plattform.

Ich bin ähnlich skeptisch wie Daring Fireball. This is my bet. But I’m only betting one Euro.

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Aether

So sehr die Demoszene bei mir manchmal in den Hintergrund meiner digitalen Kulturereignisse rückt, desto mehr haut sie mich nach fast über 15 Jahren immer noch um, wenn ich zu meiner liebsten Zeit regelmässig zurückkehre. Der Enthusiasmus, die Liebe zum Detail, das Experimentieren beindruckt mich immer noch. Schön, dass ich daran immer noch Freude empfinden kann.

Dies ist der zweite Platz der Breakpoint 2005 von mfx. Ein sehr gelungenes Demo mit einem schönen Tune. Es gibt bestimmt technisch besser gemachte Demos, aber die Synchonisation und das Design / Style ist mehr als ansehnlich. Vor allem das Logo am Anfang mit dem Flammen und wolkenähnlichen Gebilden ist vom Allerfeinsten.

aether

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play it loud

Vom Label textone.org kommen schon seit langem gute Releases, deswegen möchte ich stellvertretend Leo Cubanero vorstellen. Seine Tracks erscheinen clicky und zirpend. Minimal und doch irgendwie komplex strukturiert. Auf jeden Fall zum Kopfnicken und/oder auch zum Tanzbein schwingen. Daumen hoch und den Volume-Regler natürlich auch.

Artist: Leo Cubanero
Label: textone.org
Track: Style

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iGod

iGod

Es ist schon gespentisch. Wenn der iGod Steve Jobs eine Keynote zum Besten gibt, ist die Gerüchteküche am Brodeln. Dieses Mal ist alles anders. Kein einziges Gerücht, welches von mehreren Gerüchteküchen bestätigt werden könnte wird uns mundwarm serviert. Obwohl die WWDC nie eine Produktmesse war ist sie doch fast immer zur Präsentation von Neuigkeiten missbraucht worden. Ein Metagerücht yikes der letzten Tage besagt, dass Apple die Insider-Sites mit Apple-Hardware geschmiert hat um die Gerüchte zurückzuhalten. Come on, Steve it’s so simple. Boom!

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