Risikomensch
Die Bärenjagd geht lustig weiter, br-online.de ist da am Ball. Unterdessen war der Bär bereit p0yntz von kopfhoeren/richtungen ein Interview zu geben. Hier das ganze Gespräch für unsere Leser.
p0yntz: “Schön, dass Sie es so kurzfristig einrichten konnten, hier wieder vorbeizuschauen!”
Der Bär: “Tja, das sehen ja leider nicht alle so…!”
p0yntz: “Liegt das vielleicht daran, dass Sie stören?”
Der Bär: “Das könnte schon sein. Einzelne Menschen vor Ort reagieren nicht besonders glücklich auf mein Erscheinen.”
p0yntz: “Worauf führen Sie das zurück?”
Der Bär: “Ich denke, das Problem bin nicht ich als Raubtier, denn die Mehrheit der Menschen plädiert für Artenerhaltung und Umweltschutz.”
p0yntz: “Wo sehen Sie denn das Problem, denn grade Sie können wohl kaum leugnen, dass es ein solches gibt. Man trachtet Ihnen sogar nach dem Leben!”
Der Bär: “Nun, vielleicht liegt es daran, dass in Ihrer Gesellschaft das individuelle Wohl im Vordergrund steht. So können einzelne Individuen Projekte, Anordnungen oder Prinzipien, die von übergeordnetem, höherem oder allgemeinem Interesse sind, stoppen, wenn sie nur die ‘richtige’ Argumentation anwenden.”
p0yntz: “Wie meinen Sie das?”
Der Bär: “Es gibt gewisse Schlagworte, mit denen man je nach Situation das eine oder andere erreichen kann. Arbeitsplätze, Umweltschutz, Zukunftssicherheit, Wohlstand, Landschaftsbild und ähnliche Worte sind sehr beliebt. Auf meine Situation bezogen ist das übergeordnete Schlagwort ‘Artenschutz’ durch das lokale Argument ‘Risiko’ ausgehebelt worden.”
p0yntz: “Sie werden doch nun nicht bestreiten wollen, dass Sie Menschen gefährlich werden können!”
Der Bär: “Natürlich bin ich gefährlich! Aber Ihre Argumentation für den Abschuss ist schon vor 170 Jahren die selbe gewesen, nämlich die, die zu unserem erneuten Aussterben in Deutschland führen wird: Risiko.”
p0yntz: “Also war es damals richtig, Sie auszurotten und es ist erneut richtig, Sie zumindest zu vertreiben!”
Der Bär: “Wenn Sie damit zuzugeben bereit sind, dass Ihr Verständnis von Umweltschutz auf dem ‘Hauptsache nicht vor meiner Tür!’-Prinzip, dem Sie seit 1835 treu sind, basiert, dann ja.”
p0yntz: “Sie sind nicht nur ein Raubtier, Sie sind auch noch gemein!”
Der Bär: “Ich weis, es ist nie besonders angenehm, wenn man sich an die Ideale halten muss, die man aufgestellt hat. Schiessen Sie mich ab und lassen Sie Ihre Taten zeigen, dass Ihre Worte nur dann für Sie gelten, wenn Sie für Sie angenehm sind.”
p0yntz: “Spielen Sie jetzt unsere Bemühungen herunter? Meinen Sie etwa, wir hätten uns nicht gebessert?”
Der Bär: “Zumindest Ihr Zusammenleben mit Raubtieren ist unter aller Kanone.”
p0yntz: “Artenschutzprojekte werden durch viele Europäer unterstützt!”
Der Bär: “Klar, Carnivore in Entwicklungsländern können ja auch ruhig die heimische Bevölkerung beissen. Seien Sie froh, dass sich noch keine dieser Nationen durch Spenden gerächt hat. Mich würde zu sehr interessieren, was Sie sagen würden, wenn Amerikanische Ureinwohner für die Erhaltung meines Lebensraumes spenden würden!”
p0yntz: “Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, deutscher Boden ist zu teuer für Schamanen. Wir danken Ihnen für das Gespräch!”
Der Bär: “Aber immer doch gern!”
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