Tod durch Transparenz
Tod durch:
- Transparenz der Preise und Angebote:
Ebay, Amazon, Billigairlines, Bahn, iTunes, Onlinekataloge und -läden.
- Transparenz der Vorlieben und der Freizeit:
Flickr, Youtube, Geocaching, Homepages der Vereine, Bookcrossing.
- Transparenz der persönlichen Daten:
OpenBC, Monster, Friendster.
- Transparenz der Erdoberfläche:
Google Earth, Stadtplandienst, map24.
- Transparenz der Gedanken:
Bloggosphäre, Kommentare, Foren, private Homepages.
- Transparenz der Geschehnisse und Fakten:
Heise, Focus, Stern, Spielgel, Tagesschau, Wikipedia, Online-TV.
Das Individuum ist dabei schon lange nicht mehr interressant. Das von uns freiwillig erlaubte und geforderte globale Datamining wird uns Dank der hohen Transparenz in den Wahnsinn treiben und allen Feinden der Freiheit Anderer die nötigen Informationen auf dem silbernen Teller präsentiert.
Stoppe Informationsansammlung, stoppe Vernetzung!
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Budenzauberin said,
August 30, 2006 @ 19.13
Heißt das, Du löschst den Blog jetzt und meldest Dein Internet ab? Da gab’s neulich so’ne Reportage über eine Familie, die sich vom Staat losgesagt hat und im Wald lebt und sich Sachen nur noch schenken lässt oder aus Containern holt - wer das nicht was für Dich?
p0yntz said,
August 31, 2006 @ 06.56
Ich stand neulich einmal kurz davor. Ich habe länger darüber überlegt, ob ich nicht wieder Briefe verschicken will, das hat mal so ein/zwei Jahre im Studium ganz gut funktioniert. Ich muss da nochmal nachdenken, denn ich habe noch keine finale Lösung für mich gefunden.
Die Familie, die in der Reportage vorgestellt wurde, sind Öff!Öff!, Tü!Tü! und Kind. Die scheinen mit den ‘Schenkern’ in Kontakt zu stehen, deren Idee ich noch nicht kenne.
Das, was Öff!Öff! praktiziert, kann ich auch noch nicht bewerten. Ich zweifle aber ganz stark an der Übertragbarkeit des Konzeptes, wobei ich Öff!Öff!s Einstehen für seine Ideale doch schon sehr interessant finde.
Und genau da sollte man ansetzen, in wie weit sind Mobiltelefon, geschenkter Strom, Trampen und ähnliches, was man in der Reportage sehen konnte, Mittel, um die neue Welt herbeizuführen oder Bequemlichkeiten, die man in dieser neuen Ordnung vermissen würde. Ich vermute, dass einige Konzepte nicht wirklich stehen.
Öff!Öff!s Leben, also sein ganz persönliches als Individuum, funktioniert. Henry David Thoreaus “Walden” hat auch funktioniert. Aber egal, wie lange beide im Grünen verbringen werden/verbracht haben, sie liessen in ihren wildromantischen Lebenswerken immer eines ausser acht, nämlich die Grundlage, auf der ihr Reichtum basiert. Beide würden/werden jetzt entsetzt rufen “Aber wir sind doch mittellos!”, dem ich nur entgegenstellen kann “Stimmt nicht! Ihr lebt in einer von Wohlstand gesättigten Welt, deren ausgemusterte Waren verglichen zur Produktion anderer Landstriche noch als ‘gut zu gebrauchen’ betrachtet werden können, deren Infrastruktur Waldwege besitzt, die in anderen Gebieten der Erde als Staatsautobahnen gefeiert werden. Ihr seid Maden im Speck! Bedenkt das, wenn Ihr das Ende herbeisehnt.”.
Meine Provokation soll nicht auf einen Aufruf zur Abschaltung des Internets hinauslaufen, es ist in erster Linie eine Provokation, aus der noch was werden könnte, ein Gedanke, der vielleicht etwas enthält, was jemanden interessiert oder vielleicht sogar weiterbringt. Ich erahne momentan, dass sich dort ein Kern für einen “Ökonomischen Lokalisierungsansatz” und eine “Lokale Intelligenz” finden könnte. Weg von Economy of Scales und vom Google-Ideal dieser Welt.
Ich hab’ halt mal geschrieben, was mir so durch den Kopf geht, bevor ich solche Ideen wie die mit dem “Letzten Gepäck” ausbrüte. Quasi die Katastrophe vor der Verbalisierung! :)
equinox said,
August 31, 2006 @ 08.23
Sag das mal dem pixelsebi. Was der unter ClaimID alles über sich verrät ist unglaublich. Aber es stört ihn nicht im Geringesten, wie er mal in seinem Podcast in einem Nebensatz fallen lassen hat. Man muss gar nicht suchen um über ihn etwas zu erfahren. Schön sauber alles aufgelistet…