Bedrohungen aus dem Inneren
Wenn ich nicht schon so müde und abgestumpft wäre und wenn ich nicht schon lange den Glauben in unsere Politiker verloren hätte, dann würde ich mir hier die Finger blutig tippen wie dummdreist unsere Volksvertreter sind. Das ist aber gar nicht nötig, denn sie gestehen Ihre Unwissenheit ungeniert. Solche Aussagen können ruhig unkommentiert wiederholt werden:
taz: Herr Schäuble, sind Sie der ranghöchste Hacker Deutschlands?
Wolfgang Schäuble: Nein, ich komme in keinen Computer rein, ich weiß auch kaum, wie die Polizei das macht. Ich weiß gerade mal so, was ein Trojaner ist.
Nicht, dass der Herr Minister des Inneren wissen müsste wie man fremde Computer knackt, aber bei einem sensiblen Thema wie dem staatlich legitimierten Hacken erwarte ich doch ein Fünckchen Sachverstand.
Das allerdings lässt mich schon aus meiner derzeitigen Lethargie erwachen:
taz: Gegen die ebenfalls geplante Vorratsspeicherung aller Telefon-, E-Mail- und Internetverbindungsdaten wollen 10.000 Menschen Verfassungsbeschwerde einlegen. Stimmt Sie das nicht nachdenklich?
Wolfgang Schäuble: So etwas regt mich nicht mehr auf.
Ignorantes ?$&!&§% denke ich mir, würde das aber natürlich niemals öffentlich sagen, denn das wäre ja eine Beleidigung. Ich würde es in Zukunft sogar noch nichtmal in mein Tagebuch schreiben, denn wenn ich eines hätte, wäre ich automatisch sofort ein potentieller Terrorist. Der Herr Schäuble weiss schon verdammt bescheid wie die Terroristen arbeiten…
I feel much safer now.
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p0yntz said,
March 7, 2007 @ 11.45
Was tun wir nicht alles dafür, dass die Kasten der Politiker und Manager in Frieden leben können - wir wählen sie und kaufen ihre Produkte.
Und damit der Apparat bestehen bleibt werden wir gerasterfahndet und von der Staatssicherheit bespitzelt.
Wenn uns das nicht passt, dann sollten wir mal über den ersten Satz in diesem Kommentar nachdenken und überlegen, was wir anders machen könnten.