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Vom Mißbrauch der Regierung und ihrem Hang zur Entartung

Wie der Sonderwille unaufhörlich gegen den Gemeinwillen handelt, so lehnt sich die Regierung ununterbrochen auf gegen die Souveränitat. Je mehr sich diese Auflehnung verstärkt, um so schwächer wird die Verfassung, und da es hier keinerlei anderen körperschaftlichen Willen gibt, der dem Fürsten widersteht und ihm dadurch das Gleichgewicht hält, muß es über kurz oder lang dazu kommen, daß der Fürst schließlich den Souverän unterdrückt und den Gesellschaftsvertrag bricht.

Jean-Jacques Rousseau

6 Comments »

  1. equinox said,

    June 20, 2007 @ 13.25

    moment. das muss ich eben nochmal lesen um das zu verstehen…

  2. p0yntz said,

    June 21, 2007 @ 06.48

    besorge dir bitte den gesellschaftsvertrag (isbn 978-3150017692). ich wollte eigentlich schon längere zeit eine stelle zitieren, habe es aber immer wieder gelassen, weil ich es mittlerweile albern finde, über politik zu bloggen. die macht der oben zitierten stelle war aber stärker als mein vorsatz. auch zu diesem kommentar zwingt sie mich, denn ich wollte eigentlich nicht schreiben, weil ich fast jeden morgen tränen in den augen habe, wenn ich in der bahn sitzend die nächsten seiten lese. eigentlich will ich das nicht. aber erwirb das buch, mir hat es in punkto politischer zuversicht den kompletten rest gegeben. rousseau ist aktueller denn je zuvor.

  3. equinox said,

    June 22, 2007 @ 08.17

    bestellt. da kann ich gar nicht anders, wenn du das empfiehlst! ich habe meine lesegewohnheiten durch meinen beruf allerdings dermaßen versaut, dass ich nicht weiss ob ich dem buch gerecht werden kann. ich kann nur noch scannen und pattern matching betreiben. ganz furchtbar…

  4. p0yntz said,

    June 22, 2007 @ 09.10

    einen lesetip habe ich noch. lasse dir von rousseau erklären, was er unter den einzelnen begriffen versteht und lege ihnen nicht deine politischen ansichten zugrunde. ist dann zwar teilweise etwas wie vokabeln lernen, aber dann gehen solche abschnitte wie der zitierte schonungslos radikal mit unserem system zu gericht. ich denke, es ist es wert, dieses buch zu lernen.

    p.s.: ich lese im job auch nur diagonal, da kein gegenstand so wichtig wie ein gesellschaftsvertrag und kein kollege auch nur ansatzweise so begabt wie rousseau ist.

  5. darkangel said,

    June 24, 2007 @ 09.45

    Eine Übersetzung des Buches könnt Ihr auch hier finden:
    http://www.textlog.de/2344.html

  6. p0yntz said,

    June 24, 2007 @ 20.43

    mmmh. überzeugt mich aber nicht so, da müsste man mal ins französische original schauen. die textpassage oben list sich auf textlog so:

    “Gerade wie der Wille des einzelnen unaufhörlich gegen den allgemeinen Willen ankämpft, liegt auch die Regierung im unaufhörlichen Kampfe gegen die Oberherrlichkeit. Je leidenschaftlicher dieser Kampf wird, desto mehr wird die Verfassung geschädigt, da es hier keinen anderen Standeswillen gibt, der im Widerstande gegen den Fürsten ihm die Spitze bieten könnte, so muss es früher oder später dahin kommen, dass der Fürst schließlich das Staatsoberhaupt unterdrückt und den Gesellschaftsvertrag bricht.”

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