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Archive for Kino

Vorsicht, Wikinger-Content!

Bevor mir jemand diesen super Kino-Tipp vor der Nase wegschnappt und dafür Ruhm und Ehre erntet:

Wikinger-Content, uaaarrrgh!

Totenköppe, schwarze Grosspferde, zwei Schwerter pro Krieger, überall Nieten und Hörner auffe Jacken un’ am Helm dran, Aufziehen zum Hieb, dass die Gelenke knacken; alles, wie es damals wohl gewesen sein muss.

So, jetzt trinke ich mir erstmal Calva aus den Schädeln der Besiegten, bei Thor!

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großes Kino

Bullet-resistant? What ever happened to bullet-proof?

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Vadim Glowna und das Haus der schlafenden Schönen

Vadim Glowna kam nach Paderborn um seinen neuen Film „Das Haus der schlafenden Schönen“ und seine Autobiografie vorzustellen. Nichts Ungewöhnliches für einen Schauspieler, denn nur so kann man wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit für ein Projekt erzeugen und doch außergewöhnlich in der Art der Präsentation. Glowna - mittlerweile das 65. Lebensjahr erreicht - wirkt gelassen, fast entsagend in seiner Erscheinung. Völlig unauffällig gekleidet und ohne äußeren Hinweis auf seine offensichtlich bewegte Vergangenheit. Seine Stimme flüsternd und andachtsvoll, generiert eine gespannte Atmosphäre im spärlich besetzten und abgedunkelten Kinosaal. Er erzählt aus seinem Leben und vermischt diese Passagen mit Kapiteln aus seinem Buch. Wer ihm nicht aufmerksam folgt bemerkt nicht die fließenden Übergänge zwischen Vorlesen und Berichten.

Er erzählt von seinem Traum diesen Film zu drehen. Das Haus der schlafenden Schönen. Alles in Eigenregie. Drehbuch, Produktion, Verleih. Selbst finanziert und somit auf den Erfolg angewiesen, damit die Kosten wenigstens gedeckt werden. Er hat die Erwartungen an den Film durch seinen Auftritt selbst sehr hoch gesteckt und deswegen enttäuscht er leider das durchaus interessierte Publikum mit seinem Film. Das Thema hat die Brisanz eine moralische Schranke zu durchbrechen aber der Film konzentriert sich zu sehr auf die Hauptperson, die emotional einfach nicht als Identifikationsfigur taugt. Zu wenig kritisch geht er auf die Motivation des Edmond ein und lässt den inneren Konflikt weitgehend im Dunkeln. Moralisch wird das Handeln nicht (genug) hinterfragt und obwohl Glowna sagt, dass diese älteren Männer vermutlich nicht in der Lage waren sexuelle Handlungen an den schlafenden Mädchen vorzunehmen (diese Häuser gab es in den 20er Jahren wohl wirklich u.a. in Tokyo und Berlin) offenbart er durch diese Rechtfertigung sein Verständnis von Missbrauch, welches offenbar ausschließlich von Penetration geprägt ist. Ob die einseitige Darstellung ein Resultat (s)einer männlichen Machtphantasie ist lässt sich nur vermuten und muss daher nicht weiter hypothetisiert werden doch der Verzicht die Rolle der schlafenden Schönen zu betrachten lässt diese Vermutung, zumindest was den Drehbuchschreiber betrifft zu.

In jener Nacht entdeckte ich das unglaubliche Vergnügen, den Körper einer schlafenden Frau zu betrachten, ohne vom Begehren bedrängt oder von der Scham behindert zu werden

Die Originalvorlage des japanischen Literaturnobelpreisträgers Yasunari Kawabata, muss Aufschluss bringen, evtl. auch über regionale Besonderheiten des Plots und die Übertragbarkeit auf westliche Moralvorstellungen. Schade um den inhaltlichen Sprengstoff, denn die Thematik besitzt eine durchaus beachtliche Sprengkraft, welche leider auf der Leinwand verpufft ist.

Kinostart: 02.11.2006

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Abgeschmatzt!

Auf die Gefahr hin, das es jeder schon 100mal gesehen hat:

Nun, ich steh’ halt voll auf diesen synchronisierten Kram.

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Lesung

Mein Gott, die vermutlich größte Bloggerlesung der Welt und ich darf dabei sein.

Nein, nur als Klatschvieh…

Davon werde ich noch meinen Enkeln erzählen. (wieder mal) Und ich weiss gar nicht was ich anziehen soll…Aber die Blogger-Stars haben da teilweise ganz andere Probleme, denn sie wissen nicht was sie vortragen sollen. Zumindest DieNuf, donalphons und ix.

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Neulich im Kino

Ich kann mich gar nicht mehr an den Film erinnern, es ist schon einige Monate her. Es war jedenfalls eine von diesen tollen Previews, in die man geisteskrank um Mitternacht marschiert. Ich weiß auch nicht mehr warum ich das getan habe, aber der Film war es wohl nicht wert, sonst könnte ich mich erinnern.

Wie es im Kino so üblich ist wird man vorher ordentlich mit Werbung konditioniert. Nichts besonderes, aber nach ca. 45 Minuten Werbung um 00:45 Uhr wurde es mir doch dann fast zu blöd, denn es war ein Mittwoch, wenn ich mich entsinnen kann und ich musste am nächsten morgen früh raus. Die Saaltür ging auf und ich freute mich auf eine persönliche Vorstellung des Filmvorführers, aber es war der Kinobesitzer.

“Nanu”, dachte ich mir in Meister-Röhrich-Manier und wunderte mich über den hohen Besuch. Der setzte ein Mikrofon an und erzählte, dass wir jetzt ein Gewinnspiel machen. “Wir machen ein Gewinnspiel?” Klar, deswegen bin ich ja auch ins Kino gekommen. Ich will eigentlich nur Fernsehen auf einer großen Leinwand! Etwas angefressen, ließ ich die Tombola über mich ergehen, bei der ich natürlich nichts gewonnen habe. Wer will auch schon Aschenbecher von Rauchwarenproduzenten oder den ganzen anderen Werbemüll?

Es war jetzt ca. 01:15 Uhr und ich malte mir schon den kommenden Arbeitstag aus, als es mit Werbung weiterging. Auf einem Emotionszeitstrahl “Freude, Traurigkeit, Ärger, Resignation, Indignation, Zorn” war ich bei Resignation angekommen. Dieser Werbeblock dauerte 15 Minuten. Die Saaltür öffnete sich erneut und herein kam abermals der Kinobesitzer. Er deutete an, dass er eine unangenehme Mitteilung zu machen habe. Die Filmrolle, die uns vorgeführt werden sollte, sei auf dem Weg nach Paderborn. Der Fahrer sei im Schnee stecken geblieben, beim Versuche die wertvolle Filmrolle vom letzten Kino nach Paderborn zu bringen. Der Zeiger auf der Emotionsskala war kurz vor Indignation. Als Entschädigung bot uns der werte Kinobesitzer aber an, die Wartezeit mit kostenlosen Eisprodukten zu verkürzen. Super! Nachts um 01:30 Uhr, mitten im Winter lecker Eis essen. Ich will doch nur ein wenig unterhalten werden.

Die Drohung wurde Realität und hereinspaziert kam höchstmotiviertes Kinopersonal mit Bauchladen voller Speiseeis und begann selbiges in die wahrscheinlich ebenso emotionalisierte Publikumsmenge (mit negativem Vorzeichen) zu werfen. Unter normalen Umständen wäre diese Geste des guten Willens toleriert, und das Eis gerne vertilgt worden, aber es mag an diesen beschriebenen Umständen gelegen haben, dass sich einige Teilnehmer es sich nicht nehmen ließen das kalte gefrorene Lebensmittel auf das gestresste Kinopersonal zurückzukatapultieren. Und das mit einigem Elan! So entstand eine bizarre Szene, in der sich Kinopersonal und Kinobesucher sich gegenseitig mit Eis beschmissen. In ihrem Übermut und auf Grund der angespannten Lage zielten die Schützen ziemlich genau und das Personal ergriff schleunigst die Flucht Richtung Ausgang. Der Film war danach nur noch Nebensache!

Köstlich, ich kann mich immer noch kaum halten, wenn ich daran zurückdenke!

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