Wieder versucht der Mix eine Geschichte zu erzählen:
Tomb Of The Dragon
Heiß war der Spätsommerabend in der Region rund um den Berg Gunung Tahan. Der Regen hat nachgelassen, Feuchtigkeit steigt empor und eine dichte Nebelfläche verbirgt die Sicht auf das Tal. Hier oben kann man die feuchte Schwüle dort weit unten an der Oberfläche trotz des abkühlenden Gewitters immer noch spüren. Zwei einzelne Gebirgsspitzen ragen wie Kopfwaffen eines Tiergehörns aus dem Nebelteppich hervor und neben der Örtlichkeit und dem damit verbundenen Temperaturunterschied soll dies das einzige Detail sein welches die Szenerie von dem Wanderer über dem Nebelmeer unterscheidet.
Meanwhile. “Naked, My thoughts are creeping, Too late, The show has begun.”
Plötzlich wird sie wach und als hätte sie auf diesen einen Moment gewartet legt sie die Rüstung an, setzt den Helm auf und greift den Drachentöter, welcher drapiert am Ausgang bereit liegt. Ohne Umschweife macht sie sich auf, denn stoisch hat sie sich die letzten Monate intensiv, fast meditativ vorbereitet.
Der Abstieg hinunter in das Tal gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn die massiven Felsen sind durch den starken Regen von glitschigem Moos bewachsen und allerlei Getier gesellt sich dazu. Aus der Ferne ist ein dröhnendes Donnergrollen zu hören, doch ein prüfender Blick in den Himmel kann keine Gewitterwolken entdecken lassen. Vorsichtig setzt sie ihren Weg fort und langsam lässt sich das Grollen und Wummern genauer bestimmen. Dräuende Trommelgeräusche und Schellengeklimper vermischen sich mit Etwas, was das menschliche Ohr nicht mehr wahrzunehmen weiß. Es ist ein tiefes Trommeln und die metallischen Schuppen der Rüstung scheppern, ausgelöst durch den Tiefschalldruck. Ihr Zwerchfell hält durch diese Stimulation einen Moment inne und der Atem setzt aus. Benommen von dem Lärm und schneller als erwartet liegt die Höhle vor ihr. Flüsternde Stimmen weisen ihr den Weg hinein. Seltsame metallische Geräusche, wie eine Spitzhacke, die auf Gestein geschlagen wird, sind zu hören. Ein Windzug fliegt durch die Gänge der Höhle und plötzlich scheint die Situation sich schlagartig zu verändern. Das dröhnende Donnern ist verschwunden und die Bedrohlichkeit augenblicklich entrückt. Feierleiche Klänge durchdringen die Höhle und das Echo der Weiträumigkeit täuscht eine trügerische Entlegenheit zum wahren Ort der Gefahr vor. Berauscht und erschöpft sackt sie an einem kleinen Felsvorsprung zusammen und entschwindet für einen kleinen Moment in das Reich der Träume. Diese Entspannung ist von kurzer Dauer und unsanft schrickt sie auf. Direkt vor ihr hat sich der Drache in seiner stolzen Pracht aufgebaut und stampft mit seinen Pranken auf den Felsuntergrund. Die Erschütterungen sind massiv. Kleine Felsbrocken lösen sich von der Decke und schlagen um sie herum ein, doch der Drache verpasst die Chance sie zu attackieren und wütet an ihr vorbei in Richtung Höhlenausgang. Erst jetzt begreift sie. Der Drache ist auf der Flucht. Unmöglich kann er entfliehen, denkt sie sich, denn der Eingang der Höhle ist viel zu klein für den massiven Körper. Doch was für den menschlichen Körper unüberwindbar ist für den Drachen eine Leichtigkeit.
Eine Staubwolke lässt sie schwer atmen, als sie wieder zu sich kommt. Das Letzte woran sie sich erinnert ist ein helles Licht und die krokodilartigen, schuppenbehafteten und mit gewaltigen Krallenfüßen ausgestatteten Schwingen, welche den schweren Körper in die Lüfte bewegten. Danach lassen Unmengen von Staub nicht nur ihre Sicht, sondern auch ihre Sinne verdunkeln. Dieses Mal ist er entwischt…
“Is it all as it seems. So unresolved, so unredeemed.“
Mann kann ja zu Björks Musik stehen wie man will, aber ein Gespür für gute Musikvideo-Produzenten und Regisseure hat sie schon mehrfach bewiesen. Dieses mal durfte Encyclopedia Pictura die Musik bebildern und das Ergebnis ist einmal mehr umwerfend. Would love to see this in Hi-Def.
Von wegen byte.fm hat keinen Bildungsauftrag. Das was ich mir in mehreren Jahren mühselig zusammengesucht habe gibt es jetzt gratis im Zeitraffer auf zwei Stunden komprimiert. Wer also wissen möchte wo Dub herkommt und welche Verbindungen es nach London und Berlin in Form von Dubstep und Dubtechno gibt, der sollte die Sendung Von Bullerbü Nach Babylon von Jan Möller entweder heute, 11.03.2008 um 12:00 Uhr oder am 12.03.2008 um 07:00 Uhr auf byte.fm einschalten.
Joanne Robertson heisst sie und zusammen mit ihrer Stimme und dem Vornamen muss ich sofort an Joanna Newsom denken. Aber das mögen Künstler glaub ich ja gar nicht.
You sound like xyz
Your music sounds very New York
You don’t sound like your coming from Manchster
Also gut dass Joanne hier nicht mitliest. Gemein haben die beiden Sängerinnen diese Zerbrechlichkeit in ihren Stimmen. Diese verspielt mädchenhafte, leicht gepresste Stimmführung, die ich unheimlich gerne hören mag. Ähnlich melancholisch wie Scout Nibblet oder Des Ark aber ohne die plötzlich einsetzende Brachialität der elektrisch verstärkten Gitarren. Nur akustische Gitarre und Stimme, manchmal hört man ein Effektgerät ganz sanft Echos repetieren. Friendly fire in Richtung Schweden.
Über byte.fm habe ich neulich schonmal berichtet und möchte nicht ganz uneigennützig diesmal auf einen speziellen Sendetermin auf jenem Sender hinweisen. Wer wissen möchte, wofür ich in den letzten Wochen mein Geld ausgegeben habe (Ja, richtig. Vinyl), der kann am Sonntag, den 24.02 um 00:00 Uhr bei byte.fm meinem einstündigen Mix lauschen und im weitesten Sinne erfühlen (bei richtiger Basskalibration) warum dieses halbschrittige Bassmonster dann doch langsam Fahrt aufgenommen hat!
Darum geht es in meinem Mix:
Der Tag kommt eher sonnig daher. Man weiß allerdings nicht genau, ob es
die Sonne aus Kingston oder aber die Sonne aus London ist. Wie egal es doch
ist, denn unzweifelhaft wurde dieses Sonnensystem mit nur einer Einzigen
bestückt. Ob Morgen- oder Abendsonne ist zu Beginn ebenfalls nicht leicht
zu ergründen - doch schon nach wenigen Minuten wird klar: Es muss
Dämmerung sein. Da nützen auch zierliche Elfenstimmen nicht, die gegen
die hereinbrechende Dunkelheit gebetsmühlenartig anzirpen: “We should
shine a light on” - immer wieder und wieder, dabei ist es doch mittlerweile
schon pitch dark. Specters, gekommen aus der Vergangenheit Pangäas um
untriebige Einigkeit zu zelebrieren, schleichen sich heran und verscheuchen
die letzten Spektatoren. Listen and learn rufen sie den Fliehenden
hinterher, doch angsterfüllt rennen sie davon. Der Sonne entgegen…Eines
ist dennoch klar: Wenn in London die Sonne aufgeht, geht sie in Kingston
wieder unter.
Martyn Twenty Four 3024
pole achterbahn: shackleton remix skull disco
shackleton blood on my hands: Ricardo Villalobos Apocalypso Now Mix skull disco
forsaken boat noodles punch drunk
elemental halo beats
parson big killaz throw some ds planet mu
clouds shallow noppa
wedge overfiend reduction records
pangea coiled hessle audio
darqwan ghost not memory planet mu
starkey prism starksound
cyrus (random trio) paradise du tectonic
mala learn dmz
coki red eye big apple
soundproof productions running scared ruggard ep boka recordings
Jetzt komm ich endlich auch mal dazu einige Gedanken zu byte.fm zu verfassen. Eigentlich ist noch viel zu früh über diesen Sender etwas qualifiziertes zu sagen, denn nach zehn Tagen on-air befindet man sich sicherlich noch in einem Zustand der eher von Improvisation als von Routine geprägt ist. Sollte man meinen, ist aber doch ganz anders, zumindest ist die Qualität der Sendungen schon jetzt auf sehr hohem Niveau, aber wer bin ich um mir dieses Urteil zu erlauben. Das liegt ganz sicher zu einem erheblichen Teil an den Moderatoren, die ich mal gelinde gesagt als die Crème de la Crème der deutschen Radio-Landschaft bezeichnen möchte. Klaus Fiehe, Sandra Zettpunkt und Klaus Walter um nur drei zu nennen sind mit dabei. Also schwergewichtiger geht es nun wirklich nicht mehr. Namedropping zu betreiben wird der Sache natürlich nicht gerecht denn die Moderatorenliste liest sich wie ein Stelldichein der Musikliebhaber Enthusiasten, Radiomoderatoren, Journalisten, Dj’s, Produzenten, Veranstalter, Tontechniker, Musiker, Kulturarbeiter, etc. Ein riesiger Erfahrungsschatz, den Ruben Jonas Schnell gehoben hat. Er ist der Initiator des Radiosenders, ist Musikjournalist, moderiert u.a. noch eine Sendung names Nachtclub auf NDR Info und hat den Sender byte.fm innerhalb eines Jahres aufgebaut.
Ich würde mir die Finger danach lecken, nachmittags um fünf Klaus Walter zu hören. Ich frage mich natürlich auch: Bin ich da allein mit meinem Musikwahnsinn? Nein, denn ein liebevoll gemachtes, gutes Musikprogramm erwischt ganz viele Leute.
So ist es. In dieser einen Woche habe ich mindestens ein Dutzend neue großartige Künstler entdecken können und eine von diesen konnte ich deswegen auch gleich live erleben. (Des Ark in Dortmund)
Bisher arbeiten die über 30 professionellen Musikjournalisten ehrenamtlich und ich wünsche byte.fm, dass sie den nötigen Support bekommen um dieses - meines Wissens - noch nie dagewesene Format etablieren zu können. Qualitätsradio von Enthusiasten, Menschen mit Sachverstand und Liebe zur Musik. Großartig! Ich ziehe meinen Hut vor diesem Projekt. Quality is here to stay!